Fachstelle Kinderwelten für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung

Das Familienspiel

Im Familienspiel können Kinder viele verschiedene Familien kennen lernen, die in unserer Gesellschaft leben. Jedes Mädchen und jeder Junge kann Familien finden, die Ähnlichkeiten mit der eigenen Familie haben. Sich wiederzuerkennen, stärkt Kinder in der Entwicklung eines positiven Selbstbildes und hilft ihnen, sich zugehörig zu fühlen.

Im Familienspiel können Kinder Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdecken: Alle Familien haben das gleiche Recht auf Anerkennung und Respekt. Jede Familie ist besonders, was ihre Mitglieder, ihr Aussehen und ihre Lebensgewohnheiten betrifft.

Das Familienspiel kann auf unterschiedliche Weise gespielt werden. Im Memory-Spiel werden die Bildpaare gesucht: Ein Bild zeigt eine Familie, das andere Bild zeigt das dazugehörige Kind. Im Such- und Finde-Spiel werden besondere Merkmale der Kinder und ihrer Familien gesucht. Im Sortier-Spiel werden die Bildkarten nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden geordnet. Das Spiel bietet auch Gesprächsanlässe mit Kindern über ihre eigenen Erfahrungen in der Familie.

Die Spielanleitung kann man in Deutsch, Türkisch, Englisch, Polnisch und Französisch lesen.

Zum Familienspiel gibt es ein Familienposter. Es trägt den Titel »Respekt für jedes Kind – Respekt für jede Familie«, der auch in fünf verschiedenen Sprachen zu lesen ist.

Verlag das Netz/Kinderwelten (Hrsg.) (2010): Das Familienspiel, Verlag das Netz. [ISBN 978-3-86892-034-5]

Konzept: Serap Azun / Fotos: Volker Döring

70 Bildkarten 9x9 cm, ein Familienposter, eine Spielanleitung in fünf Sprachen, im A4-Karton.

Das Familienspiel kann für 19,90 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand) über den Verlag das Netz bestellt werden.

Anmerkungen der Fachstelle zum Familienspiel: Als wir das Familienspiel entwickelten, haben wir uns bemüht, möglichst vielfältige Familienkonstellationen abzubilden. Ausgehend von einseitigen Darstellungen von Familien auf dem Markt der Spielmaterialien wollten wir vielen Kindern mit ihren Familien die Möglichkeit zur Identifikation geben. Dies ist uns nur bedingt gelungen: Wir erhalten Rückmeldungen von Menschen, die ihre Familien-Konstellationen vermissen und sich daher nicht identifizieren können. Sie sind enttäuscht und können das Spiel nicht so gut nutzen wie diejenigen, die sich mit Freude wiedererkennen. Wir mussten damals eine Auswahl treffen, mussten uns für 36 Familien entscheiden. Wonach haben wir ausgewählt? Wir wissen aus Erfahrungen mit dem Ansatz der Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung, dass Auswahlkriterien nie "neutral" sind, sondern die Sichtweisen der Auswählenden enthalten, die diese über ihre gesellschaftlichen Positionen entwickelt haben. Im Nachhinein stellen wir fest, dass unsere Auswahlkriterien begrenzt waren von den Begrenzungen unserer Sichtweisen. Daher fehlen Familienkonstellationen und manche kommen häufiger vor. Das bedauern wir! Beim vorhandenen Spiel lässt sich dies nun leider nicht korrigieren. Wohl aber bei einer Neuauflage des Spiels. Sollte eine Neuauflage geplant sein, möchten wir gerne die Zusammenstellung der Familien verändern. Dafür brauchen wir Ihre Hinweise auf Einseitigkeiten und Leerstellen!

 

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