Weiterbildung im ISTA | W.ISTA

Fachkraft für den Situationsansatz

„Das pädagogische Konzept Situationsansatz ist eine Einladung, sich mit den Kindern auf das Leben einzulassen“ (Jürgen Zimmer). Es geht von Lebenssituationen der Kinder und ihrer Familien aus, erschließt sie als Lernsituationen und formuliert den Anspruch, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene ihre Lebenswelt gemeinsam gestalten und auf gesellschaftliche Prozesse Einfluss nehmen.

Der Situationsansatz bezieht Lernprozesse auf erfahrbare Schlüsselsituationen. Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten werden in ihren Norm- und Sinnzusammenhängen erworben. Sachbezogenes und soziales Lernen bilden eine Einheit und verankern sich in personaler Kompetenz.

Externe Evaluationen haben nachgewiesen, dass die Konzeption eine tragfähige Grundlage für die Arbeit mit Kindern ist und nachhaltige Wirkung zeigt. In diesen Kindertagesstätten erleben die Kinder mitlernende Fachkräfte, welche die Eigenaktivität der Kinder herausfordern.

Das Leitbild des Situationsansatzes, die fünf Dimensionen und sechzehn pädagogische Grundsätze bilden die Grundlage für die Weiterbildung zur Fachkraft für den Situationsansatz. Sie bietet interessierten Teams die Möglichkeit, über die eigene Praxis nachzudenken und sie weiter zu entwickeln.

Die Weiterbildung unterstützt die sozialpädagogischen Fachkräfte in diesem Prozess, auch indem sie die aktuellen Bildungspläne der Länder und die trägerspezifischen Profile mit einbezieht.

Kompetenzprofil

Fachkräfte für den Situationsansatz

  • können relevante Schlüsselsituationen für die Bildungsprozesse der Kinder erkennen und analysieren
  • entwickeln und begründen die Ziele für die pädagogische Praxis für diese konkreten Situationen
  • kennen vielfältige Methoden zur Erschließung von Bildungsinhalten
  • reflektieren ihre Arbeit im Team
  • bauen Erziehungspartnerschaften mit Eltern auf
  • nutzen die Ressourcen des Sozialraums
  • verstehen Demokratie als einen Prozess von Aushandlung zwischen Menschen deren Lebensverhältnisse ungleich sind
  • nutzen Qualitätsentwicklungsinstrumente zur Verbesserung der eigenen Fachlichkeit und der konzeptionellen Arbeit

Weiterbildungsformate

Die Weiterbildung wird

  • in einer zweistufigen, geschlossenen Weiterbildungsgruppe (Level A, Level B)
  • in einem offenen Modulsystem und
  • als Teamfortbildung

angeboten.

Zertifizierte Fachkräfte für den Situationsansatz können sich zudem in einem Level C-Kurs zu Expert_innen für Multiplikation im Situationsansatz weiterqualifizieren.

Das Level A/B-Format empfiehlt sich vor allem für die trägerbezogene Weiterbildung. In einer stabilen Lerngruppe wird innerhalb von ein-zwei Jahren ein Curriculum durchgeführt, dass mit einer Abschlussarbeit zu einem qualifizierten Abschluss führt.
Das Zertifikat Level A bescheinigt Grundlagenkompetenzen im Situationsansatz und berechtigt zur Teilnahme an Level B. Zudem wird es für die Module 1-3 angerechnet.

Das Zertifikat Level B ist der Fachkraft-Abschluss.

Im bundesweit dezentral angebotenen Modulsystem entscheiden die Teilnehmer_innen selbst, welche Module sie zu welchem Zeitpunkt belegen. Als Einstieg wird jedoch empfohlen, mit Modul 1 zu beginnen. Jedes Modul schließt mit einem qualifizierten Nachweis und einem Eintrag in das Studienbuch ab. Die Teilnahme an Modul 6 (Theorie / Geschichte und Abschluss) setzt den Nachweis der erfolgreichen Teilnahme der Module 1 bis 5 voraus.

Bereits zuvor erworbene Qualifikationen zum Situationsansatz können nach individueller Prüfung anerkannt werden.

Mit der Teamfortbildung kann sich das Team ein gemeinsames Verständnis von den Grundlagen des Situationsansatzes erarbeiten, exemplarisch aktuelle Kindersituationen aufgreifen und pädagogisch sowie strukturell gestalten. Die Referent_innen arbeiten dabei sowohl mit dem Team wie mit der Leitung und vermitteln – soweit gewünscht – auch Grundlagen im Kontakt mit Ihnen als Träger. Jede Weiterbildung bezieht die aktuellen Bildungspläne der jeweiligen Länder und die trägerspezifischen Profile mit ein.