Qualitätsentwicklung und Evaluation

Unser Verständnis von...

...Qualität

Alle Beteiligten in der Kita haben eine Meinung darüber, was gute Qualität in einer Einrichtung aus macht (und was nicht). Stellt man diese Vorstellungen gegen über, wird oft deutlich, dass unterschiedliche Perspektiven auf die Kita, unterschiedliche Aspekte in der Qualitätsdiskussion betonen. Deshalb ist es so wichtig, alle relevanten Perspektiven zusammen zu bringen und daraus Qualitätsansprüche und Qualitätskriterien abzuleiten. Dieses dialogische Prinzip ist eine Grundlage des Sita und durchzieht die alle Qualitäts- und Praxisentwicklungsprozesse im Institut.

Unser Verständnis von Qualität ist dementsprechend gespeist von der Auseinandersetzung mit den Erwartungen und Einschätzungen der Kinder und Familien sowie der Fachkräfte. Diese Anforderungen werden verbunden mit fachlich-wissenschaftlichen pädagogischen Ansprüchen an die Praxis sowie rechtlichen Vorgaben. Im Sinne des Situationsansatzes sind drei Säulen die Grundlage für unser Verständnis von Qualität: Autonomie, Solidarität und Kompetenz – als Dreiklang gleichermaßen Ziel und Inhalt der pädagogischen Arbeit.

Qualitätsansprüche und Qualitätskriterien werden im Sinne von „bester Praxis“ formuliert. Sie bieten damit den Fachkräften Orientierung und einen fachlichen Rahmen, anhand dessen sie sich weiterentwickeln können. Unser Fokus liegt dabei auf der Orientierungs- und Prozessqualität.

Die Auseinandersetzung mit Qualität und Qualitätsentwicklung ist ein dynamischer Prozess –einerseits, weil immer wieder neue wissenschaftliche Erkenntnisse unsere Sicht aus Qualität erweitern und andererseits, weil Qualität in unseren Projekten immer wieder neu mit den jeweils Beteiligten in einem dialogischen Prozess entwickelt wird.

...Evaluation

Evaluation wird verstanden als ein Verfahren zur systematischen und fachlich begründeten Einschätzung der erreichten Qualität der Arbeit. Ziel der Evaluation ist es, qualitätsfördernde Prozesse anzustoßen. Es geht darum, Erreichtes zu erkennen und wertzuschätzen, sowie über weniger Gelungenes nachzudenken. Entwicklungsperspektiven werden in den Blick genommen und auf ihre Umsetzbarkeit unter den in der Kita gegebenen Rahmenbedingungen überprüft.

...Qualitätshandbuch

Grundlage für die Arbeit in der Qualitätsentwicklung ist eine Einigung auf die geltenden und passenden Qualitätsansprüche für den betreffenden Träger oder die Kommune. Hier gilt es einen Abgleich zu schaffen zwischen den kontextabhängigen Ansprüchen an Qualität in einer Einrichtung und gegebenen Rahmenbedingungen wie den Bildungsplänen der Länder. Im Zuge dieses Prozesses entstehen träger- oder kommuneneigene Qualitätshandbücher, die einen großen Identifikationswert haben und gleichzeitig aktuelles pädagogisches Fachwissen widerspiegeln.

...Interner Evaluation

Interne Evaluation bezeichnet die Selbstreflexion der Fachkräfte anhand fachlich begründeter Qualitätsansprüche und –kriterien. Sie nimmt die Ressourcen der Kita in den Blick und macht die Stärken der einzelnen Mitarbeiter_innen und der gesamten Kita zum Ausgangpunkt für Entwicklung. Die interne Evaluation macht zunächst sichtbar, welche Prozesse in der Kita schon gut gelingen. Darüberhinaus regt die Auseinandersetzung mit den fachlich begründeten Kriterien dazu an, die eigene Arbeit kritisch zu reflektieren und gemeinsame Perspektiven zur Weiterentwicklung festzulegen. Sie versteht sich als ein Instrument zu Stärkung und Ermutigung jeder Fachkraft und stärkt eine an Aushandlung ausgerichtete Teamkultur.

Bei der internen Evaluation begibt sich zunächst jede einzelne Fachkraft  und dann das gesamte Team der Kita in einen intensiven Prozess der Reflexion und Einschätzung der eigenen Arbeit.

...Externer Evaluation

Interne Evaluationsprozesse können durch eine externe Evaluation unterstützt und ergänzt werden. Von der Kita unabhängige Evaluator_innen ergänzen die Ergebnisse durch eine wertende Außenperspektive. Dabei helfen sie den Fachkräften, Themen, Herausforderungen und Gelingendes zu sehen und daran bei der Qualitätsentwicklung anzuknüpfen. Die Maßstäbe und Kriterien der externen Evaluation werden offen gelegt, so dass der Evaluationsprozess transparent gestaltet werden kann.

Um ein aussagekräftiges Gesamtbild der Kita zu erhalten, ist ein mehrperspektivischer Zugang erforderlich, der die unterschiedlichen Sichtweisen der verschiedenen beteiligten Gruppen – Träger, Leiter_innen, Erzieher_innen, Eltern und über deren Blick auch der Kinder – erfasst.

 

Quellen und mehr Informationen:

Heller/Philipp u.a.: Arbeitsmaterialien für die Multiplikatorenausbildung zur internen Evaluation zum Situationsansatz und zum Berliner Bildungsprogramm. Berlin 2004-2009.

Preissing/ Heller: Qualität im Situationsansatz. Berlin 2009.

Preissing/ Boldaz-Hahn: Qualität von Anfang an. Berlin 2009.

Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung: Werkzeugkiste Interne Evaluation. Weimar, Berlin 2010.