Fortbildung

Adultismus - Die erste erlebte Diskriminierungsform?

„Im Zusammenhang von Kindern und Erwachsenen spielen sich vielfältige interpersonelle Machtkämpfe ab.“    ManuEla Ritz

Bereits in frühem Alter erfahren junge Menschen Ungleichbehandlungen und Diskriminierungen auch wegen ihres „jungen Alters“. Wir Menschen haben gelernt, dass Alter mit bestimmten Erfahrungen und dadurch Wissen einhergehen. Viele Erwachsene fühlen sich daher aufgrund ihres Alters kompetenter und weiser als Kinder und Jugendliche: eine Selbstverständlichkeit. Es stellt sich die Frage, inwiefern Erwachsene mehr Wissen über die eigenen Bedürfnisse von Kindern besitzen: Wir Erwachsene bestimmen oft wann, was und wie junge Menschen ihren Bedürfnissen nachgehen sollen. Im Bildungsbereich zum Beispiel durch vorgegebene, feste Tagesabläufe. Was wird dadurch vermittelt?

Das Thema Adultismus hat jedoch bisher noch wenig Eingang im deutschsprachigen Forschungsraum gefunden und besonders im Kontext der Arbeit mit jungen Kindern werden das Auftreten und die Auswirkungen adultistischer Verhaltensweisen bisher noch wenig berücksichtigt. Das Wissen, dass Adultismus existiert und auch in der Praxis in nahezu jeder Kinderbetreuungseinrichtung wiederzufinden ist, sollte sowohl in der Aus- als auch Weiterbildung frühpädagogischer Fachkräfte Beachtung finden.

Wenn Kinder und Jugendliche in einer Umgebung aufwachsen sollen, die von Respekt und Achtung für sie als Individuen geprägt ist, gilt es für Fachkräfte, sich der Machtverhältnisse in der Beziehung Erwachsener – Kind bewusst zu werden und die eigene Haltung und Handlungspraxis kontinuierlich zu reflektieren.

Der Workshop beschäftigt sich zunächst mit der Definition des Begriffs Adultismus, thematisiert Diskriminierung und soll die Teilnehmer*innen dabei unterstützen, die Wahrnehmung für Machtverhältnisse zu schärfen. Außerdem soll dabei eine Auseinandersetzung und Reflexion mit dem Eigenen angestoßen werden: mit den eigenen Erfahrungen als Kind bzw. mit dem eigenen Erwachsensein als machtvolle Position (Dominanzposition) innerhalb der Gesellschaft. Selbstreflexive Anteile und Übungen zur Weiterentwicklung der konkreten Praxis als Erwachsene und (pädagogische) Fachkräfte im Sinne einer Vermeidung von adultistischem Verhalten runden den Workshop ab.

 „Kinder sind empfänglich für Macht- und Hierarchiebotschaften. Diese Erziehungsbotschaften vermitteln das „So-Sein“ der (sozialen) Welt.“    Prof. Dr. Maisha Eggers.

 

Termin: 18.-19. Oktober 2018

Uhrzeit: 9.00 – 16:00 Uhr

Referentin: Nuran Ayten

Ort: ISTA, Muskauer Str. 53, 10997 Berlin (3. Etage)

Kosten: 160 € (80 € pro Tag)

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