Erinnerung an Prof. Dr. Marie-Theres Albert
Vor wenigen Tagen ist unsere geschätzte INA-Kollegin Prof. Dr. Marie-Theres Albert verstorben. Mit ihr verliert die INA eine herausragende Wissenschaftlerin, engagierte Mitstreiterin und inspirierende Denkerin.
Vor wenigen Tagen ist unsere geschätzte INA-Kollegin Prof. Dr. Marie-Theres Albert verstorben.
Seit vielen Jahren war sie Gesellschafterin der Internationalen Akademie Berlin für innovative Pädagogik, Psychologie und Ökonomie gGmbH (INA) und leitete das Institute Heritage Studies. Sie war Wissenschaftlerin durch und durch und setzte sich mit großer Klarheit und Leidenschaft für Frieden, Gerechtigkeit und ein innovatives Verständnis von Kultur- und Welterbe ein. Mit ihren Ideen und ihrer Arbeit hat sie dieses Feld weit über Deutschland hinaus geprägt.
Auch im Kontext des Situationsansatzes bleibt sie in Erinnerung. In der zweiten Auflage von Jürgen Zimmers Kleinem Handbuch zum Situationsansatz aus dem Jahr 2005 wird ein Gespräch mit Marie-Theres Albert aufgegriffen, in dem sie den Situationsansatz als eine überzeugende Antwort auf die damalige PISA-Debatte würdigt. Hervorgehoben werden dort vor allem sein wirklichkeitsbezogener Bildungsanspruch und die Orientierung an realen Problemstellungen und Lebenssituationen.
Diese Perspektive ist bis heute aktuell. Die Verbindung von Bildungsanspruch, Lebensweltorientierung und der Arbeit an realen Situationen gehört weiterhin zum Kern des Situationsansatzes. In diesem Sinn hat Marie-Theres Albert auch von außen auf den Ansatz geblickt und damit sichtbar gemacht, wie anschlussfähig und relevant diese Gedanken weit über das eigene Fach hinaus sind.
Auch wenn ihr eigenes Arbeitsfeld ein anderes war, hat sie viele von uns in der INA immer wieder darin bestärkt, wie wichtig die Auseinandersetzung mit realen Lebenssituationen von Menschen ist. Sie tat dies mit intellektueller Schärfe, mit Neugier und mit einer spürbaren Begeisterung für Denken, Lernen und gesellschaftliche Gestaltung. Für viele war sie eine inspirierende Gesprächspartnerin und Mitdenkende.
Unser herzliches Beileid gilt ihrer Familie, ihren Freundinnen und den Mitstreiterinnen im Institute Heritage Studies.
Auf der INA-Website finden Sie einen Nachruf der Kolleg*innen des Instituts.
Katrin Macha