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Digitale Medien und Inklusion: Ein vorurteilsbewusster und lebensorientierter Blick auf digitale Medienerfahrungen von Kindern 

29.09.2021, 9:0030.09.2021, 16:00

„Die Ballerspiele machen süchtig, wir sehen das bei den Jungen. Die sind in ihren Action-Rollen drin und unruhig, zappelig und auch aggressiv.“ 

„Wir haben hier Medienzentrum in der Nähe, eine Radiogruppe und in unserem Bibliotheksraum, gibt es einen Beamer. Wenn wir Portfolios am Arbeitslaptop anfertigen dürfen die Kinder dabei sein. Manchmal recherchieren wir Fragen im Internet gemeinsam.“ 

„Das elektronische Zeug wird nicht in die Kita mitgebracht, das hat auch nichts mit Bildung zu tun. Wir sind eine medienfreie Insel und das ist gut so.“ 

„Bei uns läuft Elternarbeit nicht nur, aber auch über eine Online-Plattform. Wir haben uns das zum Schwerpunkt gesetzt dran zu bleiben, das kann auch mehrsprachig sein, aufklären – Multimediale Informationen teilen, Absprachen erleichtern.“   

„Wir sind hier in einem Brennpunkt, ja? Zuhause werden die Kinder auch vor den Bildschirmmedien geparkt.“  

„Die Kinder basteln Handys mit Papier und Lego. Die unterhalten sich über diese Nintendo-Spiele, wie Mario – was Mädchen und Jungen gerne spielen. Hier gibt es keine digitalen Medien, aber wir merken das schon, da hat sich was gewandelt.“  

Wie ist es möglich vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung© und digitale Medienerfahrungen von Kindern und Familien zu verbinden? Bedenken von pädagogischen Fachkräften insbesondere im Elementarbereich zu Kindern und digitalen Medien gibt es viele – und die Liste ist lang. Diskussionen um Verdummung, Abstumpfung und Nutzungszeiten überschatten die vielschichtige Relevanz und Bedeutung, warum und wie Kinder digitale Medien nutzen.  

Digital-mediatisierte Erfahrungen in der Kindheit anzuerkennen – auch durch eine diskriminierungskritische und diversitätsbewusste Brille ist Gegenstand der inklusiven Pädagogik. Die Fortbildung sensibilisiert zur Thematik digitaler Medien in der Kindheit in Verbindung mit vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung©.  

In der Fortbildung werden die Lebenswelten von Kindern und ihre Erfahrungen mit digitalen Medien in den Vordergrund gestellt und gemeinsam diskutiert. Entlang wissenschaftlicher Studien wird auf die sozialen Differenzen in der Mediennutzung entlang von Alter, Geschlecht, soziale und kulturelle Herkünfte eingegangen. Seit den letzten 20 Jahren wurde das Leitmedium Fernsehen durch eine Vielzahl von digitalen Technologien und Plattformen abgelöst. Familien haben mittlerweile fast flächendeckend Internetzugang und digitale Endgeräte Zuhause. Die Medienkindheit ist dynamisch, Kinder kommen bereits als Säuglinge direkt und indirekt mit digitalen Medien in Kontakt. Ob Videotelefonie, Musik hören oder Wunsch nach einem eigenen Smartphone: Selbst- und Weltverhältnisse sind durchzogen von mediatisierten Erfahrungen, Technik und Maschinen – doch was passiert da eigentlich?! Erfahrungen von Kindern und Familien mit Informations- und Kommunikationstechnologien zunehmend in das Blickfeld Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung© zu nehmen. 

Lebenswelten von Kindern und Familien anzuerkennen, bedeutet On- und Offlinewelten zu verbinden und einen ganzheitlichen und differenzierten Blick zu entwickeln. Darunter fällt auch das Erkennen der eigenen kulturellen, generationalen (hier: Geburtskohorten) Zugehörigkeit und Sozialisation zu reflektieren. Das Bild vom Kind als kompetente*r Akteur*in wird hinsichtlich Digitalisierung eher als ausgeliefert, konsumierend und abhängig verhandelt – aber macht ein Medium selbst schon „abhängig“? In der Fortbildung wird dieser Blick ausgeweitet: Digitale Medien sind Teil der Lebens(um)welt und Sozialisation von Kindern. Sie bieten Zugang zu vielseitigen Informationen, Identifikationsmöglichkeiten und beinhalten Teilhabechancen als auch Ausgrenzungsrisiken. 

Was tun Kinder an digitalen Medien – welche (Lern)Umgebung finden sie vor? Welche Identifikationsfiguren finden Sie vor und welchen Tätigkeiten gehen sie nach? Wie spiegelt sich Diversität in der digitale Mediennutzung wider? Wie kann ich den inklusiven pädagogischen Gehalt von Apps für Kinder einschätzen lernen? Was stärkt und schwächt Kinder im Netz in ihrer Ich- und Bezugsgruppenidentität? Wo finden Ein- und Ausschlüsse statt mittels digitaler Medien? Wie lässt sich eine diskriminierungskritische und diversitätssensible Praxis im Kontext digitaler Mediennutzung ausgestalten – mit Kindern, Fachkräften und in der Zusammenarbeit mit Familien selbst?  

Die Fortbildung geht diesen Fragen mit einem Wechsel von fachlichen Inputs, Austausch und Methodenvielfalt auf den Grund. Ziel ist es die Grundprinzipien vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung© mit der digitalen Mediennutzung von Kindern zu verbinden. 

Referent*in: Hoa Mai Trần  

Ort: ISTA, Muskauer Str. 53, 10997 Berlin (3. Etage)*

Kosten: 160 € (80 €/Tag)  

Anmeldefrist: 22.08.2021 

Zum Anmeldeformular. Dort bitte das entsprechende Seminar auswählen. 

 

*= Die Fortbildung ist als Präsenzveranstaltung in Berlin geplant. Falls die Lage dies nicht zulässt, werden wir eine digitale Alternative anbieten. Informationen hierzu folgen rechtzeitig per E-Mail an alle Angemeldeten.

Details

Beginn:
29.09.2021, 9:00
Ende:
30.09.2021, 16:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

ISTA
Muskauerstr. 53
Berlin, 10997

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