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Vortrag: Praxis meets Forschung – „Let’s talk about class“ (kostenlos/online)

08.04.2024, 13:0014:30

Online-Veranstaltungsreihe zu Diversität und Diskriminierung in der Kindheit
Der 1. Montag im Monat – von Februar bis Juni in den Monatsanfang starten! 
Hier finden Sie das Programm und den Anmeldelink

 

Details zum Vortrag: Armutserfahrungen in der Kindheit – Klassismus im Alltag von Kindern. Früher wie heute ein aktuelles und tabuisiertes Thema besprechbar machen mit Prof. Dr. emeritiert Margherita Zander (sie).

Kinder erleben und erfahren Differenz und Benachteiligung auf Grund von sozioökonomischer Lage, sozialer Herkunft und formalem Bildungshintergrund der Eltern. Stigmatisierung und Ausgrenzungserfahrungen sind im Alltag von Kindern nach wie vor präsent. 1994 startete eine der ersten einschlägigen Kindheitsforschungen mit dem Titel „Benachteiligung in den Lebenslagen von Kindern – Unter spezifischer Berücksichtigung der sozialen Situation in Thüringen“, geleitet von Prof. Dr. Karl-August Chassé und Frau Prof. Dr. Margherita Zander. Dieses Projekt warf einen kindzentrierten, lebenslageorientierten Blick auf Armutserfahrungen und orientierte sich damit an einer wesentlichen Stoßrichtung aktueller Kindheitsforschung. Ergebnis der Studie: Armut wird in Familien und von Kindern unterschiedlich erlebt und bewältigt; auch geschlechtlich und migrationsbedingt lassen sich Unterschiede erkennen. Es schlossen sich weitere Forschungsprojekte an. Die damals gewonnenen Erkenntnisse sind nach wie vor relevant; Armut ist weiterhin ein tabuisiertes und schambesetztes Thema und braucht eine klassismuskritische Auseinandersetzung in der Kindheitspädagogik.

Referent*in: Prof. Dr. Margherita Zander (sie) ist eine anerkannte Kinderarmutsforscherin und setzt sich mit der Problematik der Armutsentwicklung in Deutschland seit den 1980er Jahren auseinander. Sie lehrte an der Fachhochschule Jena und Münster und ist mittlerweile pensioniert. Sie wuchs selbst in Armutsverhältnissen bei einer Pflegemutter auf, die als Haushaltshilfe, Wäscherin und Putzfrau arbeitete, weil sie als Witwe ihre eigenen Kinder durchbringen musste. Mit einigem Glück und einer gehörigen Portion Fleiß und Ausdauer fand das einstige Pflegekind später seinen eigenen Weg. Dieser führte sie hin zu einer akademischen Karriere, in der sie sich der Armuts- und Resilienzforschung verschrieb.

Mehr Informationen zum Vertiefungsworkshop um 15:00–18:00 Uhr finden Sie hier: Für die Vertiefungsworkshops sind als Hauptzielgruppe Referent*innen der Fachstelle Kinderwelten und pädagogisch tätige Menschen vorgesehen.

 

Ort: Zoom

Kosten: kostenlos

Termin: 08.04.2024, 13:0014:30 Uhr

Anmeldefrist: 31.03.2024

➥ Jetzt zum Vortrag/Workshop anmelden

 

Kontaktperson: lestari.jaeger@kinderwelten.net
Lestari Jaeger (sie), Organisation und Anmeldung

 


Die Veranstaltungsreihe „Praxis meets Forschung“

Kleine Kinder – keine Vorurteile? Diese Frage stellte sich die Fachstelle Kinderwelten zu Beginn Ihrer Gründung und seitdem haben sich sowohl das gesellschaftliche und pädagogische Problembewusstsein als auch die erziehungs- und sozialwissenschaftlichen Forschungsaktivitäten verändert und verstärkt. Dem Themenhype rund um Inklusion, Diversität und Ungleichheiten folgten Programme, Änderungen in den Curricula in Aus-, Fort- und Weiterbildung. Fundierte, wissenschaftliche Erkenntnisse über soziale Differenz und Diskriminierungserfahrungen von Kindern nahmen Fahrt auf – Forschungen zu Kindern und ihren Perspektiven und ihren Erfahrungen im Alltag und Bildungsinstitutionen gibt es bislang dennoch wenige. Weitaus häufiger haben Differenzkonstruktionen rund um Alter, Behinderung/Fähigkeit, Geschlecht, natio-ethno-kulturelle Zugehörigkeit und sozialem Status/Herkunft im Sinne der Diversität im Forschungsfeld der Pädagogik der frühen Kindheit Eingang gefunden.  Das Veranstaltungsformat „Praxis meets Forschung“ dient zur Präsentation und gemeinsamen Diskussion verschiedener empirischen Forschungserkenntnissen, welche in ihrer Praxisrelevanz vertieft werden.

Ziele, Zielgruppe und zentrale Fragestellungen

In der Veranstaltungsreihe “Praxis meets Forschung“ wird ein Dialog zwischen pädagogischen Fachkräften und Wissenschaftler*innen angestoßen. Es geht es darum Forschungserkenntnisse für die Praxis zugänglich zu machen und gemeinsam über Forschungsbedarfe, offene Fragen und praktische Impulse nachzudenken. Das Ziel ist es zu einer diversitätssensiblen und diskriminierungskritischen Pädagogik beizutragen.

Zielgruppe der Vorträge sind Interessierte, pädagogische Fachkräfte, Menschen in Aus- Fort- und Weiterbildung sowie wissenschaftlich Tätige und Interessierte.

Für die Vertiefungsworkshops sind als Hauptzielgruppe Referent*innen der Fachstelle Kinderwelten und pädagogisch Tätige Menschen vorgesehen. Leitende Fragen sind veranstaltungsübergreifend folgende:

  • Wie werden Diversität und auch Diskriminierungen von Kindern erlebt, verhandelt und erfahren?
  • Welche Erkenntnisse aus Forschungen gibt es zu den Differenzmerkmalen race, gender, class, ability und age?
  • Welche pädagogischen Ableitungen werden auf Grund empirische Erkenntnisse für eine diskriminierungskritische, intersektionale und diversitätsbewusste Arbeit ableitbar?

Format und Dokumentation

Das Forschungsfeld ist weit und die angesprochenen Themen sind groß – zu wenige Studien adressieren die Erfahrungen von Kindern. In der Veranstaltung wird bestehendes Wissen aufbereitet und vertieft. In einem Impulsvortrag werden ausgewählte Einblicke in wissenschaftliche Studien zugänglich gemacht und anschließend gemeinsam diskutiert. Anschließende Vertiefungsworkshops festigen das Wissen zum Vortrag, um an ausgewählten Inhalten und Fragestellungen eine diskriminierungskritische, diversitätssensible und inklusive Pädagogik weiterzudenken. Die Vertiefungsworkshop werden in Anlehnung an den Vortrag angeboten. Die Vortragsveranstaltung wird aufgezeichnet und im Netz (YouTube-Kanal der Fachstelle Kinderwelten) nachträglich zugänglich gemacht. Die Vertiefungsworkshop sind von der Anzahl der Teilnehmenden begrenzt und nicht aufgezeichnet. Menschen, die bereits in diversitätssensibler und diskriminierungskritischer Pädagogik sowie vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung© Erfahrungen haben und/oder selbst diskriminierungserfahrene Pädagog*innen sind, werden bevorzugt in die Vertiefungsworkshops aufgenommen.

Details

Datum:
08.04.2024
Zeit:
13:00 – 14:30
Kategorien:
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Veranstaltungsort

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