Fachstelle Kinderwelten für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung

Alltagserleben von geflüchteten Kindern bis 6 Jahren in Gemeinschafts- und Notunterkünften

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Das Forschungsprojekt zum Alltagserleben von geflüchteten Kindern im Alter bis zu 6 Jahren in Gemeinschafts- und Notunterkünften ist am INIB e.V. einem An-Institut der Evangelischen Hochschule Berlin (ehb) angesiedelt und kooperiert mit dem ISTA/Fachstelle Kinderwelten, Berlin. Es wird ermöglicht durch die Bertelsmann Stiftung, die Stiftung deutsche Jugendmarke, eine anonyme Spende an das INIB e.V. und durch den Paritätischen Berlin.

Ziel des Projekts

Mittels partizipativer Methoden der qualitativen Sozialforschung werden die Perspektiven von unter 6-jährigen geflüchteten Kindern, von ihren Eltern und von Mitarbeitenden in Gemeinschafts- und Notunterkünften auf das Alltagserleben und die Alltagsgestaltung von Kindern erforscht. Das Ziel des Vorhabens ist die Generierung systematischen Wissens über das Alltagserleben von jungen geflüchteten Kindern in verschiedenen Einrichtungstypen für geflüchtete Familien.

Zum Hintergrund

Über die Lebenswirklichkeit junger Kinder in Gemeinschafts- und Notunterkünften ist wenig bekannt. In der Forschung und Berichterstattung zur Lage von geflüchteten Familien in Deutschland kommen die Perspektiven und Stimmen von Kindern zu kurz. Zum aktuellen Stand basiert das Handeln eher auf Zuschreibungen als dass es durch gesicherte Kenntnisse geprägt wäre. Hier setzt das Forschungsprojekt mit einem ethnografisch-explorativem  Forschungsdesign an.

Vorgehen/ Methoden

Die qualitative Studie wird in Gemeinschafts- und Notunterkünften unterschiedlicher Träger durchgeführt.

In jeder Unterkunft ist ein Forschungsteam, bestehend aus einer studentischen Mitarbeiterin und einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin für die Durchführung der Datenerhebung verantwortlich. Die Teamzusammensetzung orientiert sich an einer komplementären Kompetenzverteilung.

Die Forschungstandems nehmen Kontakt zu den Gemeinschafts- und Notunterkünften auf und führen teilnehmende Beobachtungen im Alltagsleben ausgewählter Familien durch. Sie bieten Kreativangebote für Kinder im vorschulischen Alter an, um Interaktionsprozesse zwischen den Kindern und anderen, in den Unterkünften agierenden Personen, systematisch zu beobachten und zu dokumentieren. Die Entwicklung der Forschungsfragen ist durch das Feld geleitet.

Sie nutzen bildbasierte und raumorientierte partizipative Methoden, um das Alltagserleben, Raum- und Zeitempfinden der Kinder im vorschulischen Alter in den Gemeinschafts- und Notunterkünften zu beleuchten und die Ergebnisse mit den Kindern gemeinsam zu interpretieren.

Sie führen leitfadengestützte (Expert_innen-) Interviews mit Mitarbeiter_innen der Unterkünfte (Sozialarbeiter_innen, Wachdienste, …) durch.

Die Beobachtungen und Gespräche werden durch Elterninterviews ergänzt.

Die interpretierten Forschungsergebnisse werden im Zusammenhang mit analysierten offiziellen Dokumenten und Statistiken diskutiert und münden in einen Forschungsbericht. Die Erkenntnisse werden der interessierten (Fach-) Öffentlichkeit im Rahmen der Abschlusstagung im September 2017 und über Publikationen vorgestellt. Die Transferierbarkeit der Forschungserkenntnisse in die Praxis ist ein erklärtes Ziel des Projekts.

Es wird ermöglicht durch die Bertelsmann Stiftung, die Stiftung deutsche Jugendmarke, eine anonyme Spende an das INIB e.V. und durch den Paritätischen Berlin.

Projektzeitraum

1.3.2016 bis 31.10.2017.

Abschlussveranstaltung

Am 22.September 2017 findet die Abschlussveranstaltung "Ich will ein echtes Haus" in der Werkstatt der Kulturen in Berlin statt. Anmelden zur Veranstaltung können Sie sich hier (Sign-up in English here)

Projektdurchführung

Die Projektleitung ist angesiedelt bei Prof. Dr. Anne Wihstutz (INIB/ehb) und Petra Wagner (ISTA/INA Berlin gGmbH).

Forschungsteam

Seyran Bostancı, Sarah Fichtner, Thi Huyen Trang Le, Hannah Rosenfeld, Evelyn Schulz-Algie, Penelope Scott, Sonja Stegmaier (bis 9/2016), Trần, Hoa Mai, Clara Zimmer (seit 12/2016)

Das Projekt wird durch einen wissenschaftlichen Beirat von Expert_innen beraten und begleitet.