Titel:

Greta – wie ein kleines Mädchen zu einer großen Heldin wurde

Autor*innen:

Jahr:

2019

Altersgruppe:

Greta Thunberg und ihr Kampf gegen den Klimawandel sind mittlerweile wohl nahezu weltweit bekannt. Jeanette Winter erzählt in ihrem Buch nicht nur, wie Greta dazu kam, Klimaaktivistin zu werden, sondern führt auch in knappen Worten und leicht verständlicher Sprache Fakten zum Klimawandel an. Wir erleben Greta als in sich gekehrtes Kind, das in der Schule zum ersten Mal bewusst etwas über den Klimawandel erfährt und am Boden zerstört ist über diese Bedrohung, die uns alle betrifft. All ihre Energie steckt sie von da an in dieses Thema, liest und recherchiert. Um auf die drohende Gefahr aufmerksam zu machen, initiiert sie mit einem selbstgemachten Plakat am 20.August 2018 den ersten Schulstreik vor dem Parlament in Stockholm. Wie ein Lauffeuer breitet sich diese „fridays-for-future“ Protestbewegung in viele Länder von Argentinien bis Zypern aus. Den Kindern und Jugendlichen gelingt es, dass das höchstaktuelle Thema Klimawandel endlich weltweit mehr Aufmerksamkeit bekommt, auch wenn erforderliche Maßnahmen bislang nur höchst unzureichend umgesetzt werden.

Großformatige, plakative Bilder verdeutlichen den Text. Zum Ende des Buches wendet sich Greta quasi direkt an die Leser*innen: in einer Sprechblase steht ein Zitat aus ihrer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum 2019 „(…). Ich möchte, dass ihr die gleiche Angst fühlt, die ich jeden Tag fühle (…)“ Auf den folgenden Seiten wird die Schrift immer größer und der Appell immer eindringlicher „KÖNNT IHR UNS HÖREN?“. Die letzten beiden Seiten schließlich nimmt die Frage ein, die schon fast eine Aufforderung ist „WAS WIRST DU TUN?“

Das Beispiel von Greta Thunberg macht Mut, sich für Missstände zu engagieren, auch wenn es zu Anfang nicht aussichtsreich erscheint. Es zeigt, dass sich Beharrlichkeit lohnen kann, und dass viele „Kleine“ Großes bewirken können. Und es regt dazu an, sich mit der Klimakatastrophe auseinanderzusetzen und zu überlegen: Was werde ich tun?

Schade, dass nicht erwähnt wird, dass Greta von dem Asperger-Syndrom betroffen ist, das unter anderem die soziale Interaktion und die Sinnesreizverarbeitung beeinflusst. So wird die Möglichkeit nicht genutzt, Kinder mit dem Asperger-Syndrom über die Identifikation mit Greta zu stärken. Kindern, die nicht davon betroffen sind, wird die Möglichkeit vorenthalten, eine Person kennenzulernen, die von diesem Syndrom betroffen ist.

Es wird im Buch nicht erwähnt, dass die „fridays-for-future“ Bewegung kritisiert worden ist: Der Klimawandel ist nicht nur etwas, was unsere Zukunft betrifft. Viele Regionen, vor allem im globalen Süden sind seit Jahren vom Klimawandel betroffen und werden durch den Zukunftsfokus der Bewegung nicht mitgedacht. Die Bewegung hat teilweise die Kritik aufgenommen und den Namen erweitert: Fridays for past, present and future“. Außerdem ist Greta nicht alleine: Es gibt mehrere junge Klimaaktivist*innen, die nicht dieselbe Aufmerksamkeit bekommen, weil sie vom globalen Süden kommen und/oder BIPoC sind. Z.B. Xiye Bastida, Salomée Levy, Zanagee Artis, Xiuhtezcatl Martínez, Leah Mugerwa, Bertine Lakjohn und viele mehr!

Preis: 14,00€