Titel:

Kathrin spricht mit den Augen

Jahr:

2005

Altersgruppe:

Verlag:

Butzon und Bercker

Die zehnjährige Kathrin erzählt, was sie fühlt, was ihr wichtig ist und wie sie jeden Tag lebt: mit ihrer Mutter und dem Bruder zu Hause, in der Schule und in der Nachbarschaft. Sie kann vieles, manches aber auch nicht, den sie ist durch eine spastische Erkrankung behindert. Zum Beispiel kann sie nicht laufen und deshalb sitzt sie in einem Rollstuhl. Kathrin kann auch nicht sprechen, wie die meisten Menschen, nur ein paar kleine Worte. Doch sie hat gelernt, sich mit dem Körper, mit Blicken und nun auch mit Hilfe einer Buchstabentafel zu verständigen.

Das ist sehr mühsam für Kathrin, aber sie ist froh, dass sie mittlerweile alles sagen kann, denn sie hat Interessen und Wünsche wie alle Kinder. Manchmal ist Kathrin traurig, weil sie es so schwer findet, nicht sprechen zu können, oder wenn sie beim Spielen auf der Straße nicht mitmachen kann oder wenn Kinder oder Erwachsene ihr aus dem Weg gehen. Weil die Kinder aus ihrer Klasse sehr weit weg wohnen und die Kinder aus der Nachbarschaft sich nicht trauen mit ihr zu spielen, fühlt sie sich manchmal einsam. Kathrin wünscht sich dringend eine Freundin, die sie versteht und sie mag. Kathrin hat sich aber eine Sache überlegt: ‚Nicht lachen können ist schlimmer, als nicht reden können.‘ Und lachen kann sie sehr gut. (Kinderwelten)

Schön bei dieser autobiographischen Geschichte ist, dass Kathrin selbst von ihrem Leben erzählt. Wenn wir ihr „zuhören“, können wir auf der einen Seite erfahren, was es bedeutet, eine körperliche Behinderung zu haben und auf der anderen, wie schwer es ist, zusätzlich deshalb ausgegrenzt zu werden. Kathrin selbst vermutet, dass Menschen ohne eine Behinderung wohl unsicher im Umgang mit ihr sind und sie deshalb lieber links liegen lassen. Damit fordert Kathrin uns auf, mit unserer Unsicherheit trotzdem einfach auf sie zuzugehen. (Kinderwelten)

Preis: 9,90€