Titel:

Lyra ist ganz heimlich

Autor*innen:

Jahr:

2015

Altersgruppe:

Verlag:

Rowohlt Taschenbuch Verlag

 

Die beiden Mädchen Rally und Lyra sind Freundinnen, die im Kindergarten und auch zu Hause zusammenspielen. Als Rally einmal ihren kuscheligen Lieblingsbären bei Lyra vergisst, behält Lyra ihn einfach für sich und vermeidet in den Tagen darauf, mit ihrer Freundin zusammen zu treffen. Immer wieder findet sie Gründe, das Spielzeug nicht zurück zu geben und schwindelt sogar, als sie danach gefragt wird. Richtig gut geht es Lyra allerdings ohne ihre Freundin und mit der ganzen Heimlichkeit nicht. Als Rally nach ein paar Tagen wieder mal bei Lyra zu Hause ist, findet sie natürlich ihren Bären und freut sich so sehr, dass sie ihre Freundin vor Freude küsst. Beide können dann nach und nach wieder gut miteinander spielen. Als der Bär am Abend wieder liegen bleibt, gibt sich Lyra einen Ruck, ruft Rally zurück und gibt der Freundin ihr Kuscheltier.

Das Buch thematisiert den inneren Konflikt von Lyra zwischen ihrem Bedürfnis, etwas Begehrtes zu besitzen – auch wenn es der Freundin gehört und für diese ganz wichtig ist – und dem Wunsch nach einer Freundschaft, in der unbelastete Freude möglich ist. Anschaulich zeigt das Buch, wie, Lyra eine Weile „ganz heimlich“ ist und diese Spannung für sich auslotet. Schließlich hilft ein wenig der Zufall, dass Rally ihren Bären wiederfindet. Und die Freundschaft der beiden Mädchen ist für Lyra offenbar so „dicke“, dass sie in ihrer moralischen Entwicklung einen Schritt weitergehen kann. Sie ist nicht mehr genervt, weil Rally ihren geliebten Bären vermisst, sondern lässt einen Perspektivwechsel zu, der sie die Sehnsucht der Freundin verstehen und akzeptieren lässt. Eine Sache zu besitzen ist dabei dann einfach nicht so wichtig wie die Freundschaft. (Kinderwelten)