Titel:

Mein Weg mit Vanessa

Autor*innen:

Jahr:

2018

Altersgruppe:

Verlag:

Aladin Verlag

Neuanfänge sind nicht immer leicht. So ergeht es einem Mädchen, das neu in eineKlassekommt, keine*r ihrer Mitschüler*innen kümmert sich um sie. In der Pause steht sie einsam da, währenddie andern Kinder sich vergnügen, und auch ihren Heimweg tritt sie allein an. Unterwegs wird ein Junge gemein zu ihr, nur ein Mädchen aus einer Gruppe von Kindern nimmt das wahrund fühlt sichtlich mit dem Mädchen, das ungerecht behandelt wurde. Sieerzählt den anderen Kindern von ihrer Beobachtung, alle sind betroffen. Den ganzen restlichen Tag denkt die Bystanderin darüber nach, was sie tun könnte. Beide Mädchen finden diese Nacht kaum Schlaf. Morgens hat die Bystanderin die rettende Idee: sie holt das Mädchen Zuhause ab, gemeinsam gehen sie zur Schule. Unterwegs stoßen immer mehr Kinder zu ihnen, das „neue“ Mädchen ist in die Gemeinschaft aufgenommen. Ganz ohne Worte wird erzählt, wie Kinder gegen Diskriminierung einschreiten. Die im Comic-Stil gehaltenen Illustrationen desKünstlerehepaares Marie Pommepuy und Sébastien Cosset verhindern, dass das Buch angesichts der Thematik bedrückend wirkt. Besonderes Augenmerk liegt auf der treffenden Darstellung der Mimik de Protagonist*innen, die anschaulich ihre Gefühle wiedergeben. Wer von den beiden Mädchen Vanessa ist, erfahren wir nicht, der Titel ist doppeldeutig.

Eindringlich zeigen die Autor*innen den gesamten Prozess von Diskriminierung, angefangen bei der Ausgrenzung, der Verletztheit des diskriminierten Mädchens über die Betroffenheit der „Bystanderin“ bis hin zur gelungenen Intervention. Die dargestellten Kinder sind vielfältig in Bezug auf Hauttöne und Körperformen, die beiden Hauptpersonen, das diskriminierte Mädchen und die „Bystanderin“ sind PoC. Begleitmaterial zum Umgang mit Mobbing und Ungerechtigkeitauf der letzten Seite rundet das Buch ab. Kritisch anzumerken ist aus unserer Sicht, dass das diskriminierte Mädchen ohne seine Familie gezeigt wird, im Gegensatz zu dem „Bystander“ Mädchen. Viele Eltern, deren Kinder Zielscheibe von Diskriminierung sein können, stärken deren Resilienz schon von kleinauf, indem sie ihren Kindern vermitteln, dass Ausgrenzung und Diskriminierung unrecht sind und sie sich in einer derartigen Situation an sie wenden können, um sich Trost und Unterstützung zu holen. (Kinderwelten/Kimbuk)

Preis: 14,95€