Titel:

Müll – Alles über die lästigste Sache der Welt

Autor*innen:

Jahr:

2019

Verlag:

Beltz & Gelberg

„Was man auch tut – oft bleibt etwas Müll übrig.“ Und diesen Müll will man oft schnell loswerden. Aber so einfach ist das nicht: Was passiert mit dem Müll, nachdem er in der Tonne gelandet ist? Wieso haben wir so viel Müll und wie war es früher? Wieso kaufen wir mehr als wir brauchen? Was hat der Müll mit der Verschmutzung in den Meeren, auf den Bergen und sogar im All zu tun? Wieso haben Meerestiere Plastik im Bauch? Und wieso fahren große Schiffe unseren Müll in andere Länder? All diese und noch viel mehr Fragen werden im Buch beantwortet. Themen wie Mülltrennung und Entsorgung, Recycling, Konsumverhalten, Umweltverschmutzung und globale Ungerechtigkeiten werden angesprochen. Das Buch gibt aber nicht nur Erklärungen, sondern motiviert auch aktiv zu werden: Was können wir tun? Dazu werden verschiedene Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt und Beispiele von Menschen aufgezeigt, die einen neuen Lebensstil geschafft haben und mit weniger Müll leben.

Mit detailreichen, farbenfrohen Illustrationen und nicht allzu viel Text werden viele Aspekte zum Thema Müll angesprochen. Das Buch gibt nicht nur Erklärungen, sondern zeigt Kindern und Erwachsenen, dass wir etwas verändern müssen und wie wir das machen können. Die Kinder im Buch werden engagiert und aktiv dargestellt und stellen die Erwachsenen und ihr Verhalten in Frage. Im Buch können sich Kinder mit verschiedenen Hauttönen wiederfinden als aktive Darsteller*innen, auch wenn immer noch weiße Menschen in der Mehrheit sind. Zu kritisieren ist, dass Menschen mit äußerlich wahrnehmbaren Beeinträchtigungen nicht zu sehen sind. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass im Buch von „ärmeren Ländern“ gesprochen wird. Es wird versucht, die ungerechten globalen Verhältnisse zu thematisieren, dabei werden aber einseitige koloniale Bilder und Stereotype reproduziert. Begriffe wie „Entwicklungsländer“ oder „arme Länder“ basieren auf der Annahme, dass die europäische Gesellschaft das Ideal und die Norm darstellt und dass andere Länder sich an diese Norm anpassen müssen und sich ähnlich entwickeln sollten. Der einseitige Begriff „ärmere Länder“ reduziert vielfältige Länder auf Armut und Angewiesenheit auf Hilfe von anderen Ländern. Dabei wird verschleiert, dass diese Länder arm sind aufgrund der fortgesetzten Ausbeutung durch den europäischen Kolonialismus bis heute. Bessere Begriffe sind globaler Süden und globaler Norden. (Kinderwelten)

Preis: 14,95€