Titel:

Sabber Schlabber Kussi Bussi

Jahr:

2019

Altersgruppe:

Verlag:

Helvetiq

Diese schön illustrierte Geschichte behandelt die Erfahrungen von Emma mit körperlich übergriffigen Begrüßungsformen seitens ihrer erwachsenen Verwandtschaftsangehörigen. Die Handlung ist linear und dadurch leicht nachvollziehbar für Kindergartenkinder. Während Emma selbst als Mensch dargestellt ist, werden die anderen Charaktere größtenteils als Tiere abgebildet. Nur die Oma wird ebenfalls als Mensch dargestellt, später auch andere Besucher*innen (darunter eine dunkelhäutige Dame). In der Geschichte wird zwischen Berührungen und Küssen unterschieden, die von den Eltern kommen, welche Emma befürwortet, und Berührungen und Küssen, die von den Besucher*innen stammen, die Emma nicht wünscht. Sie symbolisiert ihre Empfindungen beim Geküsst- und Umarmt-Werden mit Vergleichen aus dem Tierreich und bezieht ebenfalls Geruchsvergleiche mit ein. Die Anregung, Kinder zu animieren, auch andere Sinneswahrnehmungen zu benennen und ernst zu nehmen, ist positiv. Später in der Geschichte taucht ein Hund auf, der zur Begrüßung gerne leckt. Das schreckt die Besucher*innen sehr ab, wodurch Emma einen Schutzraum durch die Anwesenheit des Hundes erfährt. Der Hund „Titan“ taucht also als die Figur auf, die Emma vor unerwünschten körperlichen Kontakten beschützt, wenn sie diese nicht will. Das Buch eignet sich dadurch gut, um mit jungen Kindern über körperliche Selbstbestimmung zu sprechen.

Nähe und Distanz sind wichtige Themen für Kinder. In „Sabber Schlabber Kussi Bussi“ gelingt es auf spielerische Weise Kinder darin zu empowern, sich gegen unerwünschte Berührungen und Küsse von Erwachsenen zur Wehr zu setzen. Unterstützung erfährt im Buch das Mädchen Emma in Form eines dicken großen Hundes, der den Erwachsenen gleichsam den Spiegel vorhält, indem er ebenso wie sie selbst körpernahe Begrüßungsformen liebt und Besucher*innen gerne ableckt. Da die Verwandtschaft dies nicht gutheißt, werden ihnen dadurch quasi ihre eigenen Handlungsweisen Emma gegenüber reflektiert. Durch diese äußere Problemlösung werden Konflikte dargestellt, die ohne jegliche Konfrontation oder gar Eskalation gelöst werden. Kinder lernen, dass sie über ihren Körper selbst bestimmen dürfen, weil es legitim ist, Berührungen und Küsse von manchen Personen nicht zu wünschen. Was fehlt, ist, dass Emma selbst lernt, „Nein“ zu sagen bei unerwünschten Berührungen. (Kinderwelten)

Preis: 14,00 €