Titel:

WIRD ALLES GUT?

Jahr:

2022

Altersgruppe:

Verlag:

Knesebeck

Die zauberhaften (wenn auch meist sehr normschönen) Illustrationen von Jessica Love haben sich bereits mit „Julian ist eine Meerjungfrau“ in unsere Herzen gezeichnet. Es sind die detailreichen und realistischen Darstellungen von Menschen, ihrem individuellen Aussehen und ihren Emotionen, die die Bilder so gefühlvoll und lebendig wirken lassen. Die Farbwahl in diesem Kinderbuch ist dezent und setzt auf schwarz-weiß Kontraste. Dadurch kommen die sich ähnelnden Protagonist*innen, vermutlich Mutter und Kind, sehr gut zur Geltung.

Wir begleiten die beiden durch Alltagssituationen, wo sich immer wieder alles um die eine Frage des Kindes dreht: „Wird alles gut?“. Die Antwort der Mutter lautet jedes Mal mit großer Gewissheit: „Ja, das wird es!“ Das Kind hakt nach: „…aber was ist, wenn es donnert und blitzt, wenn wir einen Garten anpflanzen und nichts wächst. Was ist, wenn mich eine Biene sticht. Was ist, wenn ich auf alle sauer bin? Was ist, wenn mich jemand nicht mag? Die Sorgen des Kindes werden sehr ernst genommen. Durch die unverkennbare Vertrautheit, Sicherheit und Liebe zwischen Mutter und Kind werden Angst und Sorgen kleiner.

 

Das Buch zeigt, wie wichtig es ist, empathisch auf Fragen von Kindern einzugehen und ihre Sorgen ernst zu nehmen. Die Mutter findet auf alles eine Antwort, mir sehr konkreten Ideen zur Handlung. Ein Manko dabei ist, dass diese Vorschläge sicher nicht so für jedes Kind, noch dazu im Kitaalter, umsetzbar sind. Dennoch sind wir der Mutter dankbar, die ohne zu Zögern und mit einer unerschütterlichen Glaubwürdigkeit auch auf die vermeintlich schwierigste Frage eine Antwort weiß: „Aber was ist, wenn du stirbst?“.

In Zeiten, wo auch Kinder die Brüchigkeit und Krisen in dieser Welt zu spüren bekommen, sind Geschichten mit einem festen Glauben daran, dass alles gut wird, das, was wir alle gebrauchen können. (Kinderwelten)