Titel:

Wo geht’s lang? Karten erklären die Welt

Autor*innen:

Jahr:

2011

Altersgruppe:

Verlag:

Gerstenberg

Aus dem Koreanischen übersetzt, vermittelt dieses Buch aus den unterschiedlichsten Perspektiven vielfältiges Wissen über Landkarten. Es zeigt Inselkarten aus dem Pazifik, die vermutlich die ältesten Karten überhaupt sind, und Weltkarten der antiken Griech*innen. Daneben bildet es die gesüdete Karte von Al-Idrisi, dem moslemischen Gelehrten des 12.Jahrhunderts, ab, auf welcher der Süden „oben“ ist oder die erste koreanische Karte mit einem kleinen Europa „oben links“ sowie moderne U-Bahnpläne. Weil die Karten in diesem Buch auf das Wissen von Kulturen aus aller Welt verweisen, ermöglicht es allen Kindern, sowohl eine Stärkung ihrer Identität zu erfahren als auch Erfahrungen mit Vielfalt zu machen.

 

An einigen Stellen verschenkt das Buch gute Möglichkeiten für Perspektivwechsel, durch die das kritische Denken über Gerechtigkeit noch mehr angeregt werden könnte. So etwa bei Karte 4: Mit dem Satz „Amerika muss noch entdeckt werden“ wird ignoriert, dass die Ureinwohner*innen der Amerikas (also Nord-, Mittel-, und Südamerikas) sehr wohl den Kontinent schon entdeckt hatten. Lediglich für die Bewohner*innen der anderen Kontinente waren die Amerikas unbekannt. Zudem wird der Völkermord, den die Europäer*innen im Zuge der Eroberung an der dortigen Bevölkerung verübten, weggeschrieben. „Was ist richtig herum“, wäre bei Karte 5 die passendere Frage – oder: „Warum ist heute der Norden oben?“.

Eine Karte, die noch gut in dieses Buch gepasst hätte, wäre die Weltkarte in Petersprojektion: Sie wurde im Zeitalter der Dekolonialisierung entwickelt und zeigt die wirklichen Größenverhältnisse von Ländern und Kontinenten. Sie macht beispielsweise deutlich, dass die meisten in Deutschland üblichen Karten Europa im Verhältnis zu den übrigen Kontinenten viel zu groß darstellen und wirft so ein kritisches Licht auf die gegenwärtigen Machtverhältnisse. (Kinderwelten)

Preis: 12,95€