Wir trauern um unsere Kollegin Marion Böhm, die am 16.6.2021 verstorben ist.

Ihre Ausbilderinnen in der Weiterbildung zur Fachkraft im Situationsansatz erinnern sich:
Marion war eine besondere Frau. Sie fiel auf. Sie blieb im Gedächtnis – und das wollte sie.

Kurz nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin im Frankfurter Diakonissenhaus und nach ihrem Berufs­praktikum bei Sieglinde Mühlum in Lorsch bewarb sie sich als Leiterin im evangelischen Kindergarten Winterkasten im Odenwald. Sie fragte uns, ob es klug wäre, mit ihrem Papagei auf der Schulter vorzusprechen, denn den würde sie im Kindergarten ja auch tragen. Unseren Rat, authentisch zu bleiben, beherzigte sie – und bekam die Stelle.

Wir waren froh, mit Studierenden der Ausbildung zur Erzieherin ihren Kindergarten besuchen oder sie dort ins Praktikum geben zu können, denn bei ihr konnten sie erleben, dass Situationsansatz ‚geht‘: was Kinder alles können, wenn man es ihnen zutraut und wie Teilhabe mit den Jüngsten aussehen kann. Später unterrichtete sie selbst an der Pädagogischen Akademie / Elisabethenstift in Darmstadt Spiel- und Theaterpädagogik. Denn das war sie auch: Theaterpädagogin und Clownin, mit eigenem kleinen Theater und Aufführungen an interessanten Orten.

Anfang der 2000er Jahre nahm sie an der Weiterbildung zur „Expertin für Qualität im Situationsansatz“ im ISTA in Berlin teil. Danach arbeitete sie freiberuflich für das ISTA als Externe Evaluatorin und Fortbildnerin und verfolgte konsequent das pädagogische Konzept des Situationsansatzes.

Sie entdeckte auch den Unternehmergeist in sich und betätigte sich parallel in der Immobilien­branche, was sie auch 2014 auf dem Kongress der INA gGmbH in der AG „Entrepreneurship – Unternehmensgeist entwickeln“ vorstellte.

Eine ihrer letzten unternehmerischen Ideen war: auf Dromedaren durch den Odenwald reiten. So wollte sie Touristen führen, wie man dies sonst nur aus Wüsten kennt. Sie hatte zwei Dromedare, mit denen sie rund um ihren Wohnort Ober-Ramstadt für Aufsehen sorgte. Leider verunglückte sie im vergangenen Jahr mit einem der Dromedare und wurde lebensgefährlich verletzt.

Wir sind traurig, dass diese fröhliche, fantasievolle, herzliche und fachlich versierte Frau nicht mehr unter uns sein wird. Sie brachte uns zum Staunen, Lachen, Nachdenken und Mitmachen. Sie wird uns so in Erinnerung bleiben.

Irmgard Wagner und Christine Lipp-Peetz


 

Für uns im ISTA hat Marion Böhm im Laufe der Jahre immer wieder Aufträge als Fortbildnerin übernommen und war eine geschätzte freie Mitarbeiterin. In vielen Fortbildungen insbesondere zu den Grundlagen des Situationsansatzes konnte sie mit ihrer lebendigen Art und ihren beeindruckenden Beispielen den Teilnehmenden den Situationsansatz nahebringen.

In manchen Diskussionen um den Sita nahm sie mitunter kontroverse Positionen ein und veranlasste uns dadurch, Klarheiten zu schaffen und weiterzudenken. Sie hat viele kreative Anstöße gegeben und manchen Abend mit ihren Performances bereichert.

Wir sind sehr betroffen von ihrem frühen Tod.

Katrin Macha