Fachstelle Kinderwelten für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung

Persona Dolls

Persona Dolls© sind ganz besondere Puppen. Sie stehen für Kinder unterschiedlichster Herkunft und Familienkultur. Sie repräsentieren die Vielfalt in unserer Welt. Sie bekommen ein Geschlecht, eine Hautfarbe, einen Namen, Eltern und vielleicht Geschwister, Freunde, eine Lebens- und Familiengeschichte und individuelle Besonderheiten. Die Persona Dolls besuchen die Kindergruppe und die Kinder kommen an ihrem Beispiel über das eigene Erleben ins Gespräch, sie lernen sich einzufühlen und sich auszudrücken.

Mit Persona Dolls© lassen sich auch schwierige Themen ansprechen: Ärger, Konflikte, Trauer sowie Erlebnisse mit Ausgrenzung, Hänseleien und Ungerechtigkeit. Die Methode unterstützt die Arbeit im Ansatz der Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung.

Persona Dolls© werden daher nur im Zusammenhang mit Fortbildungen, die von Trainer*innen der Fachstelle angeboten werden (bzw. von durch die Fachstelle qualifizierte Fortbildner*innen - Multiplikator*innen), weitergegeben. Der Verkauf von Persona Dolls© ohne die Teilnahme an einer entsprechenden Fortbildung ist nicht möglich. Aktuelle Fortbildungsangebote in Berlin finden Sie weiter unten.

Das Urheberrecht für die Methode Persona Dolls© für Deutschland liegt beim Institut für den Situationsansatz und der Fachstelle KINDERWELTEN.

Jede Persona Doll wird in sorgfältiger Handarbeit von der Potsdamer Puppenmacherin und Europäischen Ethnologin M.A. Petra Fischer hergestellt.

Fortbildungsangebote zu Persona Dolls©

Die Fortbildungen umfassen Seminartage zur Vermittlung der notwendigen Grundkenntnisse der vorurteilsbewussten Arbeit mit Kindern sowie Reflexions- und Trainingstage, an denen Videomitschnitte vom Einsatz der Persona Dolls© in Kindergruppen analysiert und ausgewertet werden. Dabei reflektieren die Beteiligten im kollegialen Austausch die Biografien und Geschichten, ihren jeweiligen Bezug zur Lebenswirklichkeit der Kinder und die Gesprächsführung. So erwerben sie grundlegende Fähigkeiten im Umgang mit der Methode, die sie in der Praxis ausbauen können.

Zielgruppe: ErzieherInnen, KitaleiterInnen, LehrerInnen aus Grundschulen  (Eingangsphase) und Fach(hoch)schulen für Sozialpädagogik, FachberaterInnen. Die TeilnehmerInnen können wählen, welche der Fortbildungsangebote für ihr eigenes Praxisfeld in Frage kommt.

Voraussetzungen: Die TeilnehmerInnen setzen ihre Persona Doll© kontinuierlich entlang der vier Ziele der Vorurteilsbewussten Arbeit mit Kindern zwischen den Fortbildungsterminen ein. Sie nehmen ihre Gesprächsrunden mit Kindern per Video auf für den kollegialen Austausch in der Fortbildung. Erfahrungen haben gezeigt, dass Videoaufnahmen von den TeilnehmerInnen als sehr hilfreich und anregend empfunden werden.

Seminarleitung: Trainer_innen der Fachstelle Kinderwelten bzw. von durch die Fachstelle qualifizierten Fortbildner_innen/Multiplikator_innen

Materialkosten: Für die Teilnahme an der Fortbildung ist eine eigene Puppe sowie Persona Doll© -Arbeitsmaterialien (DVD, Praxisheft) erforderlich, die zu Beginn der Fortbildung erworben bzw. ausgeliehen werden kann. Der Verkauf von Persona Dolls© ohne die Teilnahme an einer entsprechenden Fortbildung ist nicht möglich.

Kursgebühr: (s. jeweilige Angabe)

Kontaktperson: Frau Serap Azun (serap.azun@kinderwelten.net) / Koordinatorin des Arbeitsbereichs Persona Doll

Sie können uns darüber hinaus auch für Persona Doll© Fortbildungen buchen. (Berlin sowie andere Bundesländer) Mehr dazu

Die Methode Persona Dolls

Mit Kindern über Gerechtigkeit, Hänseleien und Ausgrenzung ins Gespräch kommen: Dafür sind Persona Dolls© bestens geeignet.

Persona Dolls© sind Puppen mit Persönlichkeit. Sie haben einen Namen, eine Familie, ein Zuhause und sprechen bestimmte Sprachen. Sie haben ein Lieblingsgericht und mögen manches Essen überhaupt nicht, sie machen manches gerne und kriegen manches nicht gut hin. Sie sind etwa 80 cm groß und haben genau wie die Kinder, die in Deutschland aufwachsen, unterschiedliche Haut-, Haar- und Augenfarben. Sie haben unterschiedliche Körperformen und benutzen mal ihre Beine, mal einen Rollstuhl und mal eine Gehhilfe, um sich zu bewegen. Sie leben in Familien, die genauso vielfältig sind wie die Familien der Kinder in den Kindertageseinrichtungen oder Grundschulen. Sie wachsen mit einem Vater und einer Mutter auf, leben bei alleinerziehenden Eltern, in Adoptiv- oder Pflegefamilien. Persona Dolls© repräsentieren die Vielfalt der Lebenswirklichkeiten von Kindern und bringen Kinder mit ihnen in Begegnung.

Persona Dolls© besuchen Kinder in Kindertageseinrichtungen oder Grundschulen und laden sie regelmäßig zu einem Gespräch ein. Der Besuch wird vorher von der Pädagogin angekündigt. Die Kinder sitzen im Kreis und warten mit großer Spannung auf sie. Wenn die Puppe hereinkommt, werden sie sofort magisch von ihr angezogen. Wird die Puppe erst einmal vorgestellt, akzeptieren die Kinder sie schnell als Freundin oder Freund. Häufig erzählt die Persona Doll© von ihren schönen, lustigen und aufregenden Erlebnissen. Manche Erfahrungen teilen die Kinder auch, manche sind neu für sie. Sie berichten der Persona Doll© und den anderen Kindern im Gesprächskreis, welche Erfahrungen sie machen, was sie dazu wissen, denken und fühlen. Sie stellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede fest. Sobald sie miteinander vertraut sind, erzählt die Persona Doll© auch von Erlebnissen, die mit Ausgrenzung, Hänseleien und Ungerechtigkeit zu tun haben: Wie fühlt sich die Persona Doll©, wenn sie nicht mitspielen darf, weil sie im Rollstuhl sitzt? Oder weil sie ein Mädchen bzw. ein Junge ist? Oder wenn fremde Erwachsene ungefragt immer wieder ihre Haare anfassen und dann auch noch Schokokeks zu ihr sagen? Haben die Kinder ähnliche Erfahrungen gemacht? Kennen sie das auch? Wie haben sie sich dabei gefühlt? Gemeinsam überlegen die Kinder, wie sie der Persona Doll© helfen können. Wem kann die Puppe erzählen, was ihr passiert ist? Wer kann helfen? Wie kann man das sagen? Angeregt durch die Pädagogin üben die Kinder, wie und mit welchen Worten sie sich in solchen Situationen wehren können.

Mit Persona Dolls© leistet die vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung einen wesentlichen Beitrag zu einer demokratischen Kultur des Aufwachsens. Die Methode der Persona Dolls©  hat ihren Ursprung in den USA und wird unter anderem in Ländern wie Australien, England, Dänemark und den Niederlanden angewandt. Die Fachstelle Kinderwelten hat diese Methode im Jahr 2001 für Deutschland adaptiert und weiterentwickelt. Sie wird im Rahmen ihres pädagogischen Ansatzes »Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung« umgesetzt.

Texte und Materialien

Texte zum freien Download sowie bestellbare Materialien rund um das Thema Persona Dolls finden Sie unter Downloads bzw. zum Bestellen.

 

Zum Anfang